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Studierende der TU Dortmund schulen über 400 Menschen und helfen die digitale Exklusion abzuschwächen

Digitale Medien werden immer wichtiger in alltäglichen Leben. Ob Arbeit, Bildung oder Freizeit: Für die meisten Deutschen sind Internet, Tablet und Smartphone zu unverzichtbaren Medien geworden. Doch viele Menschen sind von dieser digitalen Welt ausgeschlossen. Sie nutzen digitale Medien nicht. Studierende im Studiengang Rehabilitationspädagogik haben jetzt eine Woche lang in Dortmunder Einrichtungen kostenlose Kurse zu digitalen Themen für Menschen angeboten, die noch nicht Teil der digitalen Welt sind.

„Unsere Gesellschaft transformiert sich zu einer digitalen Gesellschaft“, erklärt Dr. Bastian Pelka von der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund und Lehrender an der Fakultät für Rehabilitationswissenschaften. Digitalisierung biete viele Vorteile, doch berge auch neue Gefahren und öffne neue Exklusionslinien. Dabei beobachte er, dass benachteiligte Menschen von digitalen Medien weniger profitieren, von diesen aber genauso betroffen werden wie Menschen, die nicht, zum Beispiel durch Alter, Behinderung oder fehlenden Arbeitsmarktbezug benachteiligt werden.

Hier setzt die „Get Online Week“ an – eine Europa weit durchgeführte Kampagne, in der Medienpädagoginnen und Medienpädagogen aufzeigen, dass digitale Exklusion auch in Europa weit verbreitet ist. Zusammen mit Studierenden des Projektstudiums im Bachelor-Studium der Rehabilitationspädagogik nahm Dr. Pelka bereits zum fünften Mal als Dortmunder Ableger an dieser Kampagne teil und konzipierte mit den Studierenden Kurse, die zur Überwindung der „digitalen Spaltung“ in Dortmund beitragen sollen. „Uns ist wichtig zu zeigen, dass diese Benachteiligung nicht alternativlos ist“, sagt Dr. Pelka. Durch gezielte Kurse können digitale Kompetenzen an Zielgruppen wie Menschen mit Behinderungen, im Strafvollzug oder im Alter vermittelt werden und zu einer selbstbestimmten Nutzung digitaler Chancen beitragen.

Seit Oktober 2017 entwickelten 11 Studierende in Zweier-Teams Kurse für spezifische Zielgruppen. Die Themen waren breit gefächert und reichten von „Sexualaufklärung mit Hilfe von digitalen Medien“, über „Was macht (m)ein Kind im Netz? Die digitale Welt einfach erklärt“, „Get ready for your future! – Job- und Wohnungssuche online“, „Von der Wählscheibe zum Touchscreen: Einstieg in die Mediennutzung von Tablets, Smartphone und Computer!“ bis hin zu „Facebook, Instagram und Co.: Wie gehe ich mit Hass im Netz um?“.

Eine Woche lang haben die Studierenden über 40 je zweistündige Kurse mit je rund 6-20 TeilnehmerInnen in Partnereinrichtungen durchgeführt. Insgesamt erreichten sie über 400 Menschen in Dortmund. KooperationspartnerInnen waren z.B. zahlreiche Grundschulen, weiterführende Schulen, die Jugendvollzugsanstalt Iserlohn, die Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek sowie die Stadtteilbibliotheken, Verbände der Wohlfahrt und Interessenverbände von Menschen mit Behinderungen.

Der Dortmunder Telekommunikationsdienstleister DOKOM21 hat die „Get Online Week Dortmund“ bereits zum dritten Mal durch Sponsoring unterstützt; dies in Form von mobilen Hotspots und SIM-Karten mit Datenvolumen zum Surfen. So konnten die Kurse auch in Einrichtungen durchgeführt werden, die selber nicht über IT-Ausstattung (W-LAN, Tablets) verfügen.

Im Anschluss an die Kurse werten die Studierenden ihre Kurse nun wissenschaftlich aus. Dazu wurden Fragebögen entwickelt und Interviews geführt. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die Durchführung von Kursen zu digitalen Themen zu entwickeln.